Wenn eine Führungskraft eine einzelne Person systematisch schlechter behandelt – durch überzogene Kritik, gezielten Informationsentzug, Ausschluss von Besprechungen oder unrealistische Zielvorgaben –, sprechen Fachleute von Bossing: Mobbing, das gezielt von oben nach unten ausgeübt wird. Dieser Kurs vermittelt Mitarbeitenden, Führungskräften, HR und Personalrat praxistaugliches Wissen, um Bossing sicher von berechtigter Kritik zu unterscheiden, die Dynamik dahinter zu verstehen und angemessen zu handeln – als Betroffene, als Beobachtende oder als Organisation.
Das Training vermittelt, wie sich Bossing erkennen lässt, welche Ursachen und Dynamiken dahinterstehen und welche konkreten Handlungsschritte Betroffenen, Kolleginnen und Kollegen sowie der Organisation zur Verfügung stehen. Teilnehmende lernen, sachlich zu dokumentieren, angemessen zu reagieren und Unterstützung gezielt einzuholen.
Die Bildungsakademie am Rosental mit Sitz in Leipzig entwickelt Inhouse-Schulungen für Unternehmen, Organisationen und Verwaltungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Bossing am Arbeitsplatz erkennen, verstehen und angemessen begegnen möchten. Der Kurs kann direkt in Ihrem Unternehmen, online oder in den Räumen der Akademie in Leipzig durchgeführt werden.
Das Wichtigste in Kürze
Der Kurs „Bossing am Arbeitsplatz – Erkennen, Verstehen und Handeln“ vermittelt praxisnahes Wissen, um Bossing von normaler Kritik zu unterscheiden, seine Ursachen einzuordnen und angemessen zu reagieren. Er stärkt Betroffene, Kolleginnen und Kollegen, Führung und HR in Erkennung, Dokumentation und wirksamer Unterstützung – entlang des dreiteiligen BARO-Modells „Erkennen – Verstehen – Handeln“.
Ihr Kurs „Bossing am Arbeitsplatz – Erkennen, Verstehen und Handeln“ – sprechen Sie uns an!
Wählen Sie bei Ihrer Anfrage gern zwischen einem a) Inhouse-Präsenztraining in Ihrem Unternehmen, b) einem Online-Workshop für mehrere Standorte oder c) einem Präsenzkurs direkt an der Akademie in Leipzig. Das Training kann mit Anti-Mobbing & respektvoller Zusammenarbeit, So geht Arbeitskultur ohne Machtmissbrauch, Schwierige Gespräche & Feedback oder einem Train-the-Trainer-Programm für internes Multiplizieren kombiniert werden.
Wir melden uns in der Regel innerhalb von 24 Stunden mit einer ersten Einschätzung zu Format, Dauer, Gruppengröße und möglicher Umsetzung.
Worum es in diesem Kurs geht
Bossing unterscheidet sich von klassischem Mobbing unter Kolleginnen und Kollegen durch das Machtgefälle: Die ausübende Person hat formale Weisungsbefugnis, kontrolliert Aufgaben, Beurteilungen und oft auch den beruflichen Werdegang der betroffenen Person. Das macht Gegenwehr besonders schwer und Bossing besonders belastend. Der Themen-Hub Konflikte im Job professionell lösen bietet dazu den fachlichen Gesamtrahmen.
Der Kurs setzt deshalb bei drei zentralen Schritten an: Bossing anhand typischer Anzeichen von berechtigter, auch unangenehmer Kritik unterscheiden, die Ursachen und Dynamik hinter systematischem Bossing verstehen, sowie konkret handeln – durch sachliche Dokumentation, das Einholen von Unterstützung und angemessene organisatorische Reaktionen.
Das BARO-Modell „Erkennen – Verstehen – Handeln“
Damit Bossing nicht übersehen, verharmlost oder falsch eingeordnet wird, arbeitet die Bildungsakademie am Rosental mit einem dreiteiligen Modell, das sich direkt am Kursthema orientiert. Jede der drei Stufen baut auf der vorherigen auf und ist gleichzeitig für sich genommen ein eigenständiger, wichtiger Schritt.
- Erkennen: typische Anzeichen von Bossing identifizieren – systematische Ausgrenzung, gezielter Informationsentzug, überzogene oder widersprüchliche Kritik, unrealistische Zielvorgaben.
- Verstehen: Ursachen und Dynamik von Bossing einordnen – Führungsversagen, Kontrollbedürfnis, situative Auslöser sowie die besondere Belastung durch das bestehende Machtgefälle.
- Handeln: angemessen reagieren – Vorfälle sachlich dokumentieren, Unterstützung über HR, Personalrat oder Vertrauenspersonen einholen und organisatorische Verantwortung wahrnehmen.
Ziele der Weiterbildung
- Bossing von berechtigter, auch unangenehmer Kritik klar unterscheiden können.
- Typische Anzeichen von Bossing frühzeitig erkennen.
- Ursachen und Dynamik von Bossing auf Führungsebene verstehen.
- Die besondere Belastung und Handlungssituation Betroffener nachvollziehen.
- Vorfälle sachlich und beweissicher dokumentieren.
- Angemessene Unterstützung über HR, Personalrat oder Vertrauenspersonen einholen.
- Als Kollegin oder Kollege Zivilcourage und Unterstützung für Betroffene zeigen.
- Organisatorische Verantwortung zur Prävention und Reaktion auf Bossing entlang des BARO-Modells wahrnehmen.
Seminarinhalte „Bossing am Arbeitsplatz – Erkennen, Verstehen und Handeln“
| Themenfeld | Praxisbezug für Betroffene, Kolleginnen, Führung und HR |
|---|---|
| Was Bossing ist und wie es sich von normaler Kritik unterscheidet | Klare Abgrenzung zwischen sachlicher, auch unbequemer Führung und systematischer Schlechterbehandlung. |
| Typische Anzeichen erkennen | Systematische Ausgrenzung, Informationsentzug und überzogene Kritik als wiederkehrende Muster verstehen (Erkennen). |
| Ursachen und Dynamik verstehen | Führungsversagen, Kontrollbedürfnis und situative Auslöser hinter Bossing einordnen (Verstehen). |
| Die Perspektive der Betroffenen | Psychische Belastung, Machtgefälle und eingeschränkte Handlungsfähigkeit nachvollziehen. |
| Dokumentation als erster Handlungsschritt | Vorfälle sachlich, chronologisch und beweissicher festhalten (Handeln). |
| Gespräch suchen und Unterstützung holen | HR, Personalrat und Vertrauenspersonen gezielt einbeziehen (Handeln). |
| Rolle von Kolleginnen und Kollegen | Zivilcourage zeigen und Betroffene sichtbar unterstützen, ohne sich selbst zu gefährden. |
| Organisatorische Verantwortung | Wie Unternehmen Bossing strukturell vorbeugen und im Ernstfall angemessen reagieren. |
Nutzen für Unternehmen und Mitarbeitende
Mitarbeitende gewinnen die Sicherheit, Bossing frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren, statt es als individuelles Versagen zu verinnerlichen. Gleichzeitig übernehmen Unternehmen aktiv Verantwortung für eine Arbeitsumgebung, in der systematische Schlechterbehandlung nicht unbemerkt bleibt.
Der besondere Wert liegt in der klaren, dreiteiligen Struktur: Wer Bossing erkennt, versteht und weiß, wie zu handeln ist, fühlt sich der Situation weniger ausgeliefert. Die BAuA ordnet Mobbing und Bossing als eigenständige, erhebliche Faktoren psychischer Belastung am Arbeitsplatz ein, die gezielte Präventions- und Interventionsmaßnahmen erfordern.
Praxisbelege und Case Studies zu durchgeführten Seminaren
Projektberichte zeigen, wie Konflikt- und Präventionstrainings in Organisationen mit gemeldeten oder vermuteten Fällen systematischer Schlechterbehandlung eingesetzt werden. Ein eigenständiger Case-Study-Beleg speziell zu Bossing ist auf der Website derzeit noch nicht veröffentlicht; die folgenden Case Studies Konfliktmanagement stammen daher aus thematisch angrenzenden Konflikt- und Präventionsprojekten und werden ergänzt, sobald ein passender Projektbericht vorliegt.
- Case Studies Konfliktmanagement: Projektberichte zu durchgeführten Seminaren aus unterschiedlichen Einsatzfeldern.
- Themen-Hub Konflikte im Job professionell lösen: fachlicher Rahmen zu Methoden, Zielgruppen, Eskalationsstufen und beruflichen Anwendungssituationen.
- Eskalationsstufen im Job: Fachbeitrag zu Eskalationsdynamik, der auch für die Einordnung von Bossing relevant ist.
Bis ein spezifischer Projektbericht vorliegt, lassen sich Erfahrungen aus Konfliktmanagement-, Mobbing-Präventions- und Führungstrainings fachlich gut übertragen: das Erkennen systematischer Schlechterbehandlung, die Dokumentation von Vorfällen und der Aufbau wirksamer Unterstützungsstrukturen.
Geeignete Formate und Gruppengrößen
Für Kurse zu Bossing am Arbeitsplatz sind Gruppen von etwa 10 bis 16 Teilnehmenden besonders geeignet. In dieser Größe kann das sensible Thema vertraulich besprochen und das BARO-Modell „Erkennen – Verstehen – Handeln“ praktisch angewendet werden.
- Kompakter Workshop: für ein erstes Verständnis typischer Anzeichen und erste Handlungsoptionen.
- Ganztägiges Training: für Fallarbeit, Dokumentationsübungen und vertiefte Handlungsstrategien.
- Mehrstufiges Programm inklusive Führungskräftereflexion: um Bossing sowohl aus Betroffenen- als auch aus Führungsperspektive zu adressieren.
Die konkrete Investition richtet sich nach Format, Gruppengröße, Standortzahl, Vorbereitungsaufwand und Reisetätigkeit. Nach einer kurzen Anfrage kann die Bildungsakademie am Rosental eine passende Orientierung zu Umfang, Ablauf und nächstem Schritt geben.
Methodik des Trainings
- Arbeit mit anonymisierten, realistischen Fallbeispielen aus dem beruflichen Alltag.
- Kurze Fachimpulse zu Bossing-Dynamik, Machtgefälle und psychischer Belastung.
- Übungen zum Unterscheiden von Bossing und berechtigter, auch unbequemer Kritik.
- Dokumentationstraining für sachliche, chronologische Vorfallsprotokolle.
- Rollenspiele zum Ansprechen von Bossing gegenüber HR, Personalrat oder Vertrauenspersonen.
- Übungen zur Unterstützung Betroffener aus Kolleginnen- und Kollegenperspektive.
- Selbstreflexion für Führungskräfte zum eigenen Führungsverhalten.
- Transfer in klare, organisatorische Meldewege und Handlungsroutinen.
Für wen ist das Training geeignet?
Die Schulung richtet sich an alle Mitarbeitenden, Führungskräfte, HR und Personalentwicklung sowie Personalrats- und Betriebsratsmitglieder. Ergänzend eignet sich der Kurs So geht Arbeitskultur ohne Machtmissbrauch für Organisationen, die Bossing nicht nur im Einzelfall, sondern strukturell und präventiv vorbeugen möchten.
Besonders geeignet ist der Kurs für Unternehmen mit gemeldeten oder vermuteten Fällen von Bossing, für Teams mit auffälliger Fluktuation unter einzelnen Führungskräften oder für Organisationen, die ihre Mitarbeitenden und Führungskräfte präventiv für dieses Thema sensibilisieren möchten. Auch die DGUV weist im Rahmen ihrer Präventionsarbeit ausdrücklich auf Mobbing und Bossing als ernstzunehmende Form psychischer Gewalt am Arbeitsplatz hin.
Lerninhalte und praktische Bewertung
| Lerninhalt | Bewertung für den Umgang mit Bossing |
|---|---|
| Bossing von Kritik unterscheiden | Sehr relevant, weil Unsicherheit über diese Abgrenzung Betroffene oft zusätzlich verunsichert. |
| Anzeichen frühzeitig erkennen | Zentral, um systematische Muster nicht erst nach langer Zeit zu bemerken. |
| Ursachen verstehen | Wichtig, um die Dynamik einzuordnen, ohne sie zu entschuldigen. |
| Sachlich dokumentieren | Unverzichtbar, um Vorfälle später nachvollziehbar belegen zu können. |
| Unterstützung einholen | Besonders bedeutsam, da Betroffene sich allein oft handlungsunfähig fühlen. |
| Zivilcourage zeigen | Hilft, Betroffene sichtbar zu unterstützen, ohne sich selbst zu gefährden. |
| Organisatorisch reagieren | Stärkt langfristig das Vertrauen in die Handlungsfähigkeit des Unternehmens. |
Erfolgsmessung und Bewertung des Trainings
Der Erfolg zeigt sich darin, dass Vorfälle häufiger sachlich dokumentiert und gemeldet werden, statt still ertragen zu werden, und dass Unterstützung schneller eingeholt wird. Unternehmen können Meldezahlen, Rückmeldungen aus Mitarbeitergesprächen, die Fluktuation in betroffenen Teams sowie die Geschwindigkeit organisatorischer Reaktionen auswerten.
Zusätzlich lässt sich prüfen, ob Mitarbeitende Bossing entlang des BARO-Modells „Erkennen – Verstehen – Handeln“ früher identifizieren, ob Führungskräfte ihr eigenes Verhalten kritischer reflektieren und ob HR und Personalrat frühzeitiger einbezogen werden. Dadurch wird der Umgang mit Bossing nicht dem Zufall überlassen, sondern als klar strukturierter, handhabbarer Prozess verstanden.
Aktuelle Teilnehmer-Stimmen
„Ich habe zum ersten Mal Worte für das gefunden, was ich lange als eigenes Versagen empfunden habe.“ Mitarbeiterin im Projektmanagement
„Die Übung zur Dokumentation hat mir gezeigt, wie wichtig sachliche Protokolle von Anfang an sind.“ HR-Referentin eines mittelständischen Unternehmens
„Als Führungskraft hat mich das Training dazu gebracht, mein eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen.“ Teamleiter eines Industrieunternehmens
„Ich habe gelernt, wie ich eine Kollegin unterstützen kann, ohne mich selbst in eine schwierige Position zu bringen.“ Kollege einer betroffenen Mitarbeiterin
„Als Betriebsratsmitglied kann ich jetzt klarer zwischen berechtigter Kritik und Bossing unterscheiden.“ Betriebsratsmitglied eines Handelsunternehmens
Pro & Contra zum Thema
Pro
- Hoher Praxisbezug für Betroffene, Kolleginnen und Kollegen, Führung, HR und Personalrat.
- Stärkt die klare Unterscheidung zwischen Bossing und berechtigter Kritik.
- Reduziert das Risiko, dass Bossing lange unbemerkt oder unbearbeitet bleibt.
- Verbessert Dokumentation, Unterstützung und organisatorische Reaktionsfähigkeit.
- Stärkt Zivilcourage und gegenseitige Unterstützung im Team.
Contra
- Erfordert echte Offenheit der Organisation, das Thema ernsthaft zu adressieren.
- Ersetzt keine rechtliche Beratung und kein arbeitsrechtliches Vorgehen bei bereits eskalierten Fällen.
- Wirkt nachhaltiger, wenn Führung, HR und Personalrat gemeinsam sichtbar hinter dem Thema stehen.
15 Tipps zum Umgang mit Bossing am Arbeitsplatz
- Unterscheiden Sie sachliche, auch unbequeme Kritik von systematischer Schlechterbehandlung.
- Achten Sie auf wiederkehrende Muster statt auf Einzelvorfälle.
- Dokumentieren Sie Vorfälle zeitnah, sachlich und mit Datum.
- Bewahren Sie relevante E-Mails und Nachrichten auf.
- Sprechen Sie mit Vertrauenspersonen, bevor Sie allein handeln.
- Holen Sie sich frühzeitig Unterstützung von HR oder Personalrat.
- Vermeiden Sie es, sich selbst die Schuld für das Verhalten der anderen Person zu geben.
- Bleiben Sie in direkten Gesprächen sachlich und faktenbasiert.
- Unterstützen Sie als Kollegin oder Kollege sichtbar, ohne sich selbst zu gefährden.
- Melden Sie beobachtetes Bossing, statt es stillschweigend hinzunehmen.
- Reflektieren Sie als Führungskraft regelmäßig Ihr eigenes Verhalten gegenüber Einzelnen.
- Vermeiden Sie es, Kritik unter vier Augen systematisch zu wiederholen, ohne Entwicklungsperspektive.
- Holen Sie sich bei anhaltender Belastung frühzeitig professionelle Unterstützung.
- Prüfen Sie bei fortgesetztem Bossing rechtliche Beratungsmöglichkeiten.
- Verstehen Sie Bossing nicht als persönliches Versagen der betroffenen Person, sondern als Führungsproblem.
Weiterführende Informationen und Praxiswissen zum Thema Konfliktkompetenz
Der Kurs „Bossing am Arbeitsplatz – Erkennen, Verstehen und Handeln“ ist Teil eines umfassenden Themenbereichs der Bildungsakademie am Rosental. Neben konkreten Kursangeboten stehen Mitarbeitenden, Führung, HR und Personalrat zusätzliche Fachinformationen, Antworten auf häufige Fragen und praxisorientierte Beiträge zur Verfügung.
Häufige Fragen zu Ablauf, Zielgruppen, Dauer, Gruppengröße und organisatorischen Rahmenbedingungen beantwortet der FAQ-Bereich Konflikte. Im Magazin „Praxiswissen Konflikte“ veröffentlicht die Bildungsakademie am Rosental ergänzende Fachbeiträge, Formulierungshilfen und Praxistipps für schwierige Gespräche im Berufsalltag, unter anderem zum Konfliktmanagement-Kursangebot der Akademie.
Fachliche Quellen und Orientierung
Fachliche Verantwortung
Konzipiert und fachlich verantwortet von Kay Schönewerk, Gründer und fachlicher Leiter der Bildungsakademie am Rosental. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich mit Inhouse-Schulungen, Konfliktmanagement, Kommunikation, Deeskalation und professioneller Gesprächsführung im Berufsalltag.
Die Bildungsakademie am Rosental entwickelt praxisnahe Weiterbildungsformate für Unternehmen, Organisationen, öffentliche Einrichtungen und Dienstleister im gesamten DACH-Raum. Der Standort Leipzig bildet dabei den organisatorischen Ausgangspunkt für Inhouse-Schulungen vor Ort, Online-Workshops und Trainings direkt an der Akademie.
FAQ
Was genau unterscheidet Bossing von normaler, auch mal unangenehmer Kritik?
Bossing unterscheidet sich von normaler Kritik durch Systematik, Zielgerichtetheit und die Ausnutzung des Machtgefälles – es handelt sich um wiederholte, gezielte Schlechterbehandlung einer bestimmten Person, nicht um vereinzelte, sachlich begründete Kritik.
Ein professioneller Kurs hilft, diese Grenze anhand konkreter Muster wie systematischer Ausgrenzung, Informationsentzug oder widersprüchlichen Anforderungen zu erkennen. Einzelne unangenehme, aber sachlich begründete Rückmeldungen zählen dabei ausdrücklich nicht zu Bossing.
Wie lange dauert ein Kurs zu Bossing am Arbeitsplatz?
Der Kurs kann als kompakter Workshop, ganztägiges Training oder mehrstufiges Programm inklusive Führungskräftereflexion durchgeführt werden.
Die passende Dauer hängt von der Sensibilität der Ausgangslage im Unternehmen, der Gruppengröße und der gewünschten Praxistiefe ab. Für ein erstes Verständnis kann ein kompaktes Format sinnvoll sein. Bei konkreten Vorfällen oder auffälliger Fluktuation empfiehlt sich ein ganztägiges oder mehrstufiges Training.
Für welche Rollen im Unternehmen ist das Seminar geeignet?
Das Seminar eignet sich für alle Mitarbeitenden, Führungskräfte, HR und Personalentwicklung sowie Personalrats- und Betriebsratsmitglieder.
Besonders hilfreich ist es für Mitarbeitende, die unsicher sind, ob eine erlebte Situation als Bossing einzuordnen ist, sowie für Führungskräfte, die ihr eigenes Verhalten reflektieren möchten. Auch HR und Personalrat profitieren, weil sie Vorfälle strukturierter einordnen und begleiten können.
Kann das Training direkt im Unternehmen stattfinden?
Ja, der Kurs kann direkt in Ihrem Unternehmen, online oder an einem zentralen Schulungsort durchgeführt werden.
Eine Durchführung vor Ort ist besonders praxisnah, weil bestehende Melde- und Unterstützungsstrukturen direkt in die Fallarbeit einbezogen werden können. Bei sehr sensiblen Ausgangslagen kann ein neutraler externer Ort oder ein Online-Format zusätzliche Vertraulichkeit bieten.
Welche Situationen werden im Kurs geübt?
Geübt werden typische Situationen wie systematische Ausgrenzung, gezielter Informationsentzug, widersprüchliche Anforderungen sowie das Ansprechen von Bossing gegenüber HR oder Personalrat.
Die Szenarien werden anonymisiert und an das jeweilige Unternehmen angepasst. Häufig geht es um die Unterscheidung zwischen berechtigter Kritik und systematischer Schlechterbehandlung, die sachliche Dokumentation von Vorfällen sowie Situationen, in denen Kolleginnen und Kollegen Betroffene unterstützen möchten.
Ersetzt der Kurs eine rechtliche Beratung oder ein arbeitsrechtliches Vorgehen?
Nein, der Kurs ersetzt keine rechtliche Beratung und kein arbeitsrechtliches Vorgehen, sondern vermittelt praxisnahes Wissen zum Erkennen, Verstehen und ersten Handeln bei Bossing.
Ein Training kann helfen, Situationen einzuordnen, sachlich zu dokumentieren und erste Unterstützung einzuholen. Bei anhaltendem oder schwerwiegendem Bossing ist zusätzlich rechtliche Beratung sinnvoll, etwa zu arbeitsrechtlichen Schritten oder Ansprüchen. Deshalb wirkt der Kurs besonders nachhaltig als erste, praxisnahe Orientierung, nicht als Ersatz für rechtliche Schritte im Einzelfall.
Terminologie-Übersicht
Bossing: Systematisches, gezieltes Mobbing einer Führungskraft gegenüber einer oder mehreren unterstellten Personen.
BARO-Modell „Erkennen – Verstehen – Handeln“: Dreiteiliges Modell der Bildungsakademie am Rosental zur Einordnung und Bewältigung von Bossing-Situationen.
Machtgefälle: Ungleichgewicht an formaler Entscheidungsmacht zwischen Führungskraft und unterstellter Person.
Systematische Ausgrenzung: Wiederholter, gezielter Ausschluss einer Person von Informationen, Besprechungen oder Entscheidungen.
Dokumentation: Sachliches, chronologisches Festhalten von Vorfällen als Grundlage für spätere Klärung.
Vertrauensperson: Innerbetriebliche Ansprechperson für vertrauliche Anliegen wie Bossing oder Mobbing.
Zivilcourage: Sichtbares Eintreten für Betroffene, ohne sich selbst unnötig zu gefährden.
English Summary
This course by Bildungsakademie am Rosental (Leipzig) addresses bossing — systematic, targeted bullying by a manager against a specific subordinate. Participants learn to distinguish bossing from legitimate, if uncomfortable, criticism, understand the underlying causes and power dynamics, and take appropriate action: documenting incidents factually, seeking support from HR, works councils, or trusted contacts, and, for colleagues, showing civil courage without putting themselves at risk. The programme follows a three-part model directly mirroring the course title — Erkennen (recognise), Verstehen (understand), Handeln (act) — and can be delivered on-site, online, or at the academy’s Leipzig location, across Germany, Austria, and Switzerland.
Ihr Kurs „Bossing am Arbeitsplatz – Erkennen, Verstehen und Handeln“ – jetzt anfragen
Wählen Sie bei Ihrer Anfrage gern zwischen einem a) Inhouse-Präsenztraining in Ihrem Unternehmen, b) einem Online-Workshop mit Ihrem Team oder c) einem Präsenzkurs direkt an der Akademie in Leipzig.
Nach Ihrer Anfrage erhalten Sie in der Regel innerhalb von 24 Stunden eine erste Rückmeldung mit einer passenden Einschätzung zu Format, Umfang und nächstem Schritt.
Ähnliche Artikel:
- Inhouse Schulung: Sicherheit im Umgang mit Mitarbeiter-Beschwerden
- Inhouse Schulung: Cybermobbingprävention am Arbeitsplatz
- Inhouse Schulung: Aufklärung bei Belästigungs- und Diskriminierungsfällen
- Inhouse Schulung: So geht Arbeitskultur ohne Machtmissbrauch
- Inhouse Schulung: Grundlagen der Arbeit als Vertrauensperson
-
Autor: Fachlich verantwortet wird der Artikel von Kay Schönewerk – Gründer und fachlicher Leiter der Bildungsakademie am Rosental.
Seit 2000 beschäftigt er sich mit Inhouse-Schulungen, Team-Kommunikation und beruflicher Weiterbildung.
Möchten Sie dieses Thema als Inhouse Seminar direkt für Ihr Unternehmen oder Organisation kaufen und den Bestellprozess einleiten? Die Bildungsakademie am Rosental ist ein branchenübergreifender und überregionaler Anbieter für Inhouse Schulungen. Der Workshop ist daher in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz als maßgeschneiderter Inhouse-Präsenzkurs oder als flexibler Online-Workshop in der gesamten DACH-Region buchbar. Sichern Sie sich Ihren kostenpflichtigen Schulungstermin – und fordern Sie Ihr Angebot an. Branchenübergreifend. Überregional. Kontaktieren Sie uns jetzt!

