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Deeskalation im Kundenservice – so lösen Sie Unzufriedenheit

Deeskalation im Kundenservice – so lösen Sie Unzufriedenheit

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Deeskalation im Kundenservice hilft, Beschwerden, Reklamationen und aggressive Kontakte professionell zu beruhigen, ohne Mitarbeitende schutzlos zu lassen.

Kundenservice ist häufig der erste Ort, an dem Frust sichtbar wird. Kundinnen und Kunden melden sich, wenn etwas nicht funktioniert, zu lange dauert, unklar bleibt oder als unfair erlebt wird. Mitarbeitende müssen dann zuhören, erklären, prüfen, Grenzen setzen und Lösungen anbieten – oft unter Zeitdruck und mit hoher emotionaler Belastung.

Dieser Fachartikel der Bildungsakademie am Rosental erklärt, wie Deeskalation im Kundenservice funktioniert, welche Auslöser typisch sind, welche Methoden helfen und warum professioneller Kundenservice klare Sprache, Teamstandards und Mitarbeiterschutz braucht.

 


 

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Warum Deeskalation im Kundenservice wichtig ist

Deeskalation ist im Kundenservice wichtig, weil Frust, Wartezeit, Reklamation und fehlende Kontrolle schnell in aggressive Kommunikation kippen können.

Kundenservice-Mitarbeitende werden oft nicht wegen eines persönlichen Fehlers angegriffen, sondern weil sie als erreichbare Vertreter der Organisation wahrgenommen werden. Der eigentliche Auslöser kann ein Lieferproblem, eine Rechnung, eine technische Störung, eine lange Bearbeitungszeit, eine unklare Zuständigkeit oder eine frühere schlechte Erfahrung sein.

Die DGUV empfiehlt bei verbaler Aggression unter anderem, ruhig zu bleiben, Äußerungen nicht persönlich zu nehmen, selbstsicher zu kommunizieren, Grenzen zu setzen und bei Bedarf eine neutrale dritte Person hinzuzuziehen.

Quelle: DGUV: Wie verhalte ich mich sicher in Gewaltsituationen?

Die BAuA nennt häufige oder schwere Konflikte, Streitigkeiten, verbale Aggressionen, Gewalt am Arbeitsplatz sowie destruktives Verhalten wie Herabwürdigung, Bloßstellen oder Beschimpfen als relevante psychische Faktoren.

Quelle: BAuA: Psychische Faktoren

Der Themenbereich Deeskalation im Berufsalltag ordnet Kundenservice als zentrales Praxisfeld ein, weil hier Kommunikation, Beschwerdemanagement und Mitarbeiterschutz unmittelbar zusammenwirken.

 
 

Typische Auslöser für Eskalation im Kundenservice

Eskalation im Kundenservice entsteht häufig durch Wartezeit, fehlende Rückmeldung, unklare Zuständigkeit, Reklamation, Frust und widersprüchliche Informationen.

Viele schwierige Kundenkontakte beginnen nicht aggressiv. Sie entwickeln sich, wenn Kundinnen und Kunden mehrfach erklären müssen, keine klare Antwort bekommen oder das Gefühl haben, niemand übernehme Verantwortung.

 

Auslöser Typische Wirkung Deeskalierender Ansatz
lange Wartezeit Frust, Kontrollverlust, Misstrauen Zwischenstand geben, realistische Rückmeldung nennen
mehrfache Weiterleitung Ohnmacht, Wiederholung, Ärger Zuständigkeit klären und nächsten Schritt sichern
Reklamation Vorwurf, Druck, Erwartung sofortiger Lösung Anliegen aufnehmen, Prüfung erklären
unklare Rechnung Misstrauen, Verdacht auf Fehler Schrittweise erklären, Belege prüfen
technische Störung Zeitdruck, Hilflosigkeit, Schuldzuweisung Sachstand, Priorität und nächste Maßnahme benennen
fehlende Rückmeldung Eskalationsmail oder aggressiver Anruf Frist, Ansprechpartner und Status transparent machen

 
 

Fünf Grundprinzipien der Deeskalation im Kundenservice

Deeskalation im Kundenservice gelingt, wenn Mitarbeitende Ärger aufnehmen, Struktur schaffen, Grenzen setzen und den nächsten Schritt klar benennen.

Guter Kundenservice bedeutet nicht, jede Forderung zu erfüllen. Er bedeutet, Beschwerden professionell aufzunehmen, Zuständigkeiten zu klären, falsche Zusagen zu vermeiden und trotzdem wertschätzend zu bleiben.

 

Prinzip Wirkung Beispiel
anerkennen nimmt Druck aus der Emotion „Ich verstehe, dass die Situation ärgerlich ist.“
strukturieren verhindert Durcheinander „Wir gehen die Punkte nacheinander durch.“
prüfen vermeidet falsche Zusagen „Ich prüfe den Vorgang und sage Ihnen, was möglich ist.“
begrenzen schützt Mitarbeitende „Ich helfe Ihnen weiter, aber nicht unter Beleidigungen.“
verbindlich machen gibt Orientierung „Sie erhalten die Rückmeldung bis Freitag.“

 
 

20 Methoden für Deeskalation im Kundenservice

Wirksame Deeskalation im Kundenservice verbindet Sprache, Stimme, Struktur, Grenzsetzung, Dokumentation und Teamunterstützung.

 

Methoden für den Gesprächseinstieg

Der Einstieg entscheidet oft, ob der Kunde weiter Druck aufbaut oder sich gehört fühlt. Wichtig ist, Ärger anzuerkennen, ohne vorschnell Schuld zu übernehmen.

In Inhouse-Trainings der Bildungsakademie am Rosental wird der Gesprächseinstieg besonders intensiv geübt, weil hier häufig die erste Entspannung oder Verschärfung entsteht.

  • 1. Ärger kurz anerkennen: „Ich verstehe, dass das ärgerlich ist.“
  • 2. Anliegen fokussieren: „Was ist jetzt der wichtigste Punkt?“
  • 3. Gespräch strukturieren: „Wir sortieren das nacheinander.“
  • 4. Nicht sofort widersprechen, sondern erst zusammenfassen.
  • 5. Den nächsten Schritt früh benennen.

 

Methoden für deeskalierende Sprache

Sprache kann im Kundenservice sehr schnell eskalieren. Besonders riskant sind abwehrende Standardsätze, die zwar organisatorisch stimmen, aber emotional wie Zurückweisung wirken.

Deeskalierend ist eine Sprache, die Verantwortung für den nächsten Schritt übernimmt, ohne falsche Versprechen zu machen.

  • 6. „Dafür bin ich nicht zuständig“ ersetzen durch: „Ich kläre, wer dafür zuständig ist.“
  • 7. „Da kann ich nichts machen“ ersetzen durch: „Ich prüfe, welche Möglichkeit besteht.“
  • 8. „Beruhigen Sie sich“ ersetzen durch: „Ich sehe, dass Sie sehr verärgert sind.“
  • 9. „Das habe ich schon gesagt“ ersetzen durch: „Ich fasse es gern noch einmal kurz zusammen.“
  • 10. „Sie müssen warten“ ersetzen durch: „Ich nenne Ihnen den aktuellen Stand.“

 

Methoden für Telefon und Hotline

Am Telefon fehlen Blickkontakt und Körpersprache. Dadurch wirken Stimme, Tempo, Pausen und Wortwahl besonders stark.

Telefonische Deeskalation braucht kurze Sätze, ruhige Stimme und eine klare Gesprächsführung, weil Missverständnisse schneller entstehen.

  • 11. Langsamer sprechen als der Kunde.
  • 12. Kurze Pausen zulassen.
  • 13. Den Sachstand hörbar strukturieren.
  • 14. Wiederholungen ruhig zusammenfassen.
  • 15. Bei Beleidigungen früh eine klare Grenze setzen.

 

Methoden für Team, Dokumentation und Rückhalt

Deeskalation im Kundenservice darf nicht nur von einzelnen Mitarbeitenden abhängen. Teams brauchen klare Standards, wann sie unterstützen, weiterleiten, dokumentieren oder abbrechen.

Ein Kundenservice-Team deeskaliert besser, wenn alle wissen, welche Grenzen gelten und wann Führung oder zweite Ebene einbezogen wird.

  • 16. Einheitliche Grenzsätze im Team festlegen.
  • 17. Eskalationsstufen für schwierige Kundenkontakte definieren.
  • 18. Kritische Vorfälle sachlich dokumentieren.
  • 19. Wiederkehrende Beschwerdegründe systematisch auswerten.
  • 20. Nach belastenden Kontakten kurze Entlastung ermöglichen.

 
 

Deeskalation am Telefon im Kundenservice

Telefonische Deeskalation im Kundenservice gelingt durch ruhige Stimme, klare Struktur, kurze Sätze und konsequente Grenzen.

Telefonate eskalieren oft, weil Kundinnen und Kunden bereits mehrere Kontaktversuche hinter sich haben. Dann wird nicht nur das aktuelle Problem besprochen, sondern die gesamte Frustration über Wartezeit, Weiterleitung und fehlende Rückmeldung.

 

Situation Riskante Reaktion Deeskalierende Alternative
Kunde schreit lauter werden „Ich möchte Ihnen helfen. Bitte sprechen Sie etwas ruhiger, damit ich Ihr Anliegen aufnehmen kann.“
Kunde wiederholt Vorwurf genervt reagieren „Ich fasse kurz zusammen, was ich verstanden habe.“
Kunde beleidigt ignorieren oder kontern „Ich kläre Ihr Anliegen, aber nicht unter Beleidigungen.“
Kunde verlangt Sofortlösung unklare Zusage machen „Ich prüfe, was möglich ist, und nenne Ihnen den nächsten Schritt.“

Weitere konkrete Formulierungen bietet der Artikel 35 Sätze für aggressive Kunden am Telefon.

 
 

Deeskalation in E-Mails und schriftlichem Kundenservice

Schriftliche Deeskalation im Kundenservice braucht klare Struktur, wertschätzende Sprache und eindeutige nächste Schritte.

E-Mails eskalieren schnell, wenn Antworten knapp, abwehrend oder unklar wirken. Anders als im Gespräch fehlen Tonfall, Blickkontakt und direkte Rückfragen. Deshalb sollte schriftlicher Kundenservice besonders sorgfältig formulieren.

 

Problem Riskante Formulierung Deeskalierende Alternative
Beschwerde „Das ist nicht korrekt.“ „Ich verstehe Ihre Rückmeldung und prüfe den Vorgang anhand der vorliegenden Daten.“
Wartezeit „Bitte haben Sie Geduld.“ „Sie erhalten unsere Rückmeldung bis spätestens …“
Zuständigkeit „Dafür sind wir nicht zuständig.“ „Ich leite Ihr Anliegen an die zuständige Stelle weiter und nenne Ihnen den nächsten Schritt.“
Ablehnung „Das ist nicht möglich.“ „Innerhalb des aktuellen Rahmens ist diese Lösung nicht möglich. Folgende Option besteht …“

Weitere Beispiele finden sich im Artikel 25 Formulierungen für Deeskalation in E-Mails.

 
 

Grenzen setzen bei aggressiven Kunden

Grenzen setzen gehört zur Deeskalation im Kundenservice, weil Mitarbeitende nicht beschimpft, bedroht oder persönlich angegriffen werden dürfen.

Kundenorientierung bedeutet nicht, jedes Verhalten zu akzeptieren. Gerade in serviceorientierten Organisationen besteht die Gefahr, Beleidigungen oder Drohungen zu lange zu dulden. Das belastet Mitarbeitende und kann aggressives Verhalten unbewusst normalisieren.

Geeignete Grenzsätze sind:

  • „Ich möchte Ihr Anliegen klären, aber bitte ohne Beleidigungen.“
  • „Ich höre Ihnen zu, aber nicht in diesem Ton.“
  • „Wenn Sie weiter schreien, unterbreche ich das Gespräch.“
  • „Drohungen akzeptieren wir nicht.“
  • „Wir können weitersprechen, wenn der Ton respektvoll bleibt.“
  • „Ich hole eine Kollegin oder einen Kollegen dazu, damit wir den Rahmen sichern.“

Vertiefend dazu passt der Beitrag 40 Formulierungen zum Grenzen setzen ohne Eskalation.

 
 

Warum Deeskalation im Kundenservice Organisationsaufgabe ist

Deeskalation im Kundenservice funktioniert nachhaltig nur, wenn Abläufe, Zuständigkeiten, Rückmeldungen und Schutzstandards klar geregelt sind.

Viele Kundeneskalationen entstehen nicht durch einzelne Mitarbeitende, sondern durch wiederkehrende Prozessprobleme: unklare Zuständigkeiten, zu lange Bearbeitungszeiten, widersprüchliche Informationen, fehlende Rückmeldefristen oder unklare Beschwerdewege.

Die BGW beschreibt Deeskalationstrainings als Teil eines systematischen Umgangs mit Gewalt und Aggressionen; Beschäftigte erhalten dadurch konkrete Handlungsoptionen.

Quelle: BGW: Deeskalationstrainings

Organisationen sollten klären:

  • Welche Beschwerdegründe treten wiederholt auf?
  • Welche Prozesse erzeugen besonders viel Frust?
  • Welche Rückmeldefristen sind realistisch?
  • Welche Standardsätze gelten im Team?
  • Wann darf ein Gespräch beendet werden?
  • Wann wird Führung oder zweite Ebene hinzugezogen?
  • Wie werden Beleidigungen, Drohungen und Übergriffe dokumentiert?
  • Wie werden Mitarbeitende nach belastenden Kontakten entlastet?

 
 

Teamkommunikation im Kundenservice

Teamkommunikation entscheidet im Kundenservice darüber, ob Eskalationen früh erkannt, sauber übergeben und wirksam nachbereitet werden.

Wenn schwierige Fälle schlecht übergeben werden, beginnt der nächste Kontakt oft wieder bei null. Kundinnen und Kunden müssen alles erneut erklären, Mitarbeitende kennen Vorgeschichte und Tonlage nicht, und der Frust steigt weiter.

 

Teamthema Risiko Deeskalierender Standard
Übergabe Kunde muss alles wiederholen kurze Notiz zu Anliegen, Stimmung und nächstem Schritt
Rückmeldung Frust durch Schwebezustand verbindliche Frist und Verantwortlichkeit
Eskalationsstufe zu spätes Hinzuziehen klare Kriterien für zweite Ebene
Grenzen uneinheitlicher Umgang mit Beleidigungen gemeinsame Grenzsätze
Nachbereitung Belastung bleibt individuell kurze Reflexion nach kritischen Kontakten

Ein passender Anschlussartikel ist 20 Deeskalationsübungen für Teams.

 
 

Typische Fehler bei Deeskalation im Kundenservice

Deeskalation im Kundenservice scheitert häufig, wenn Mitarbeitende sofort widersprechen, zu lange erklären oder Grenzen zu spät setzen.

  • „Beruhigen Sie sich“ sagen
  • sofort widersprechen
  • zu schnell sprechen
  • zu lange erklären
  • unklare Zusagen machen
  • keinen nächsten Schritt nennen
  • Zuständigkeiten abwehrend formulieren
  • Wartezeiten nicht erklären
  • Beleidigungen zu lange dulden
  • aggressive Telefonate nicht dokumentieren
  • keine Teamunterstützung holen
  • wiederkehrende Beschwerdeauslöser nicht auswerten

Ein ergänzender Beitrag ist 25 typische Eskalationsfehler im Berufsalltag.

 
 

Was ein Deeskalationstraining für Kundenservice leisten sollte

Ein gutes Deeskalationstraining für Kundenservice verbindet Beschwerdekommunikation, Telefontraining, E-Mail-Sprache, Grenzsetzung und Teamstandards.

Kundenservice-Teams brauchen praxisnahe Trainings mit echten Fällen: aggressive Anrufe, unzufriedene E-Mails, Reklamationen, wiederholte Beschwerden, unklare Zuständigkeiten und Druck durch lange Bearbeitungszeiten. Entscheidend ist, dass Mitarbeitende konkrete Sätze und Abläufe praktisch üben.

  • typische Eskalationsauslöser im Kundenservice analysieren
  • deeskalierende Gesprächseinstiege üben
  • Telefonstimme, Tempo und Pausen trainieren
  • Beschwerden in sachliche Anliegen übersetzen
  • E-Mail-Formulierungen deeskalierend überarbeiten
  • Grenzsätze bei Beleidigungen oder Drohungen üben
  • Gesprächsabbruch sicher formulieren
  • Übergaben und Dokumentation kritischer Kontakte klären
  • Teamstandards für zweite Ebene und Führung definieren
  • Transfer in reale Serviceprozesse sichern

Die Bildungsakademie am Rosental integriert diese Bausteine in passende Inhouse-Schulungen zur Deeskalation.

 
 

Checkliste: Deeskalation im Kundenservice

Eine kurze Checkliste hilft Kundenservice-Teams, in schwierigen Kontakten ruhig, klar und professionell zu bleiben.

  • Habe ich den Ärger kurz anerkannt?
  • Ist das wichtigste Anliegen klar?
  • Habe ich den Sachverhalt zusammengefasst?
  • Spreche ich langsam genug?
  • Vermeide ich abwehrende Standardsätze?
  • Habe ich den nächsten Schritt benannt?
  • Ist eine realistische Rückmeldefrist möglich?
  • Muss ich eine Grenze setzen?
  • Brauche ich Unterstützung oder zweite Ebene?
  • Muss der Kontakt dokumentiert werden?
  • Ist eine Nachbereitung im Team sinnvoll?
  • Gibt es einen Prozessauslöser, der verbessert werden muss?

 
 

FAQ: Deeskalation im Kundenservice

Was bedeutet Deeskalation im Kundenservice?

Deeskalation im Kundenservice bedeutet, Beschwerden und aggressive Kontakte zu beruhigen, ohne Anliegen, Grenzen oder Mitarbeiterschutz aus dem Blick zu verlieren.

Dazu gehören ruhige Sprache, aktives Zuhören, klare Struktur, realistische Rückmeldungen, Grenzsetzung und Dokumentation. In Trainings der Bildungsakademie am Rosental werden diese Elemente anhand echter Servicefälle praktisch geübt.

 

Was löst Eskalation im Kundenservice häufig aus?

Häufige Auslöser sind Wartezeiten, fehlende Rückmeldungen, Reklamationen, Weiterleitungen, unklare Zuständigkeiten und widersprüchliche Informationen.

Viele Kundinnen und Kunden eskalieren nicht wegen einer einzelnen Antwort, sondern wegen einer Kette enttäuschter Erwartungen. Deshalb sind Transparenz und Zwischenmeldungen wichtig.

 

Wie deeskaliert man aggressive Kunden am Telefon?

Aggressive Kunden am Telefon deeskaliert man durch ruhige Stimme, kurze Sätze, Zusammenfassen und klare Grenzen.

Ein Satz lautet: „Ich verstehe, dass Sie verärgert sind. Ich prüfe den Vorgang und nenne Ihnen den nächsten Schritt.“

 

Wie deeskaliert man Beschwerden per E-Mail?

Beschwerden per E-Mail deeskaliert man durch klare Struktur, wertschätzende Sprache und einen verbindlichen nächsten Schritt.

Schriftliche Antworten sollten nicht knapp abwehrend wirken. Wichtig sind Anliegen, Prüfung, Frist und Zuständigkeit.

 

Wann muss man im Kundenservice Grenzen setzen?

Grenzen sind nötig, wenn Kundinnen oder Kunden beleidigen, drohen, schreien oder persönliche Angriffe fortsetzen.

Ein Satz lautet: „Ich möchte Ihr Anliegen klären, aber bitte ohne Beleidigungen.“ Bei Wiederholung kann ein Gespräch beendet werden.

 

Warum sollte man nicht „Beruhigen Sie sich“ sagen?

„Beruhigen Sie sich“ wirkt häufig belehrend und kann aggressive Kundinnen oder Kunden zusätzlich provozieren.

Besser ist: „Ich sehe, dass Sie sehr verärgert sind. Lassen Sie uns den Vorgang Schritt für Schritt klären.“

 

Wie erklärt man fehlende Zuständigkeit deeskalierend?

Fehlende Zuständigkeit erklärt man deeskalierend, indem man nicht abweist, sondern den nächsten hilfreichen Schritt benennt.

Besser als „Dafür bin ich nicht zuständig“ ist: „Ich kläre, welche Stelle zuständig ist und wie Ihr Anliegen weitergeht.“

 

Wie spricht man über Wartezeiten?

Wartezeiten spricht man deeskalierend an, indem man Ärger anerkennt und einen realistischen Zwischenstand gibt.

Ein Satz lautet: „Ich verstehe, dass die Wartezeit ärgerlich ist. Ich nenne Ihnen den aktuellen Stand und den nächsten Schritt.“

 

Warum ist Dokumentation im Kundenservice wichtig?

Dokumentation ist wichtig, damit Vorgeschichte, Tonlage, Zusagen, Grenzen und nächste Schritte nachvollziehbar bleiben.

Sie verhindert, dass Kundinnen und Kunden alles wiederholen müssen, und schützt Mitarbeitende bei aggressiven oder drohenden Kontakten.

 

Welche Rolle haben Führungskräfte im Kundenservice?

Führungskräfte müssen Standards, Rückhalt, Eskalationswege, Grenzregeln und Nachbereitung im Kundenservice sichern.

Wenn Mitarbeitende Beleidigungen oder Drohungen allein tragen müssen, wird Deeskalation zur Überforderung. Führung schafft Schutz und Verbindlichkeit.

 

Kann man Deeskalation im Kundenservice trainieren?

Deeskalation im Kundenservice ist trainierbar, wenn Teams realistische Beschwerden, Telefonate, E-Mails und Grenzsituationen praktisch üben.

Die Bildungsakademie am Rosental nutzt dafür Fallarbeit, Rollenspiele, Telefonübungen, Formulierungstraining und Transfer in konkrete Serviceprozesse.

 

Warum ist Deeskalation im Kundenservice Organisationsaufgabe?

Deeskalation ist Organisationsaufgabe, weil viele Eskalationen durch Prozesse, Wartezeiten, Zuständigkeiten und fehlende Rückmeldungen entstehen.

Ein Training wirkt nachhaltiger, wenn zusätzlich wiederkehrende Beschwerdeauslöser und interne Abläufe verbessert werden.

 
 

Fazit: Deeskalation im Kundenservice braucht Sprache, Struktur und Rückhalt

Deeskalation im Kundenservice gelingt, wenn Mitarbeitende Beschwerden ernst nehmen, Gespräche strukturieren und klare Grenzen sicher setzen können.

Kundenservice ist ein zentraler Kontaktpunkt zwischen Organisation und Kundschaft. Genau deshalb entladen sich dort Frust, Ärger und Enttäuschung besonders häufig. Professionelle Deeskalation hilft, diese Situationen zu beruhigen, ohne falsche Versprechen zu machen oder Mitarbeitende schutzlos zu lassen.

Für Organisationen bedeutet das: Kundenservice braucht klare Standards, realistische Rückmeldeprozesse, einheitliche Grenzsätze, Dokumentation und Führungskräfte, die hinter ihren Teams stehen.

Die Bildungsakademie am Rosental unterstützt Kundenservice-Teams dabei, Deeskalation praxisnah zu trainieren und sichere Routinen für Beschwerden, Telefonate, E-Mails und aggressive Kontakte zu entwickeln.

 

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Autor: Fachlich verantwortet von Kay Schönewerk – Gründer und fachlicher Leiter der Bildungsakademie am Rosental.
Seit 2000 beschäftigt er sich mit Inhouse-Schulungen, Team-Kommunikation und beruflicher Weiterbildung.
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