Erfahrungen & Bewertungen zu Bildungsakademie am Rosental
Emotionale Selbstkontrolle unter Stress – so funktioniert sie

Emotionale Selbstkontrolle unter Stress

Inhouse Schulung | Team-Kurs ✆ 0341 – 337 43 569

Emotionale Selbstkontrolle unter Stress bedeutet, die eigene Reaktion zu steuern, bevor Tonfall, Körpersprache oder impulsive Worte eine Konfliktsituation verschärfen.

In schwierigen beruflichen Situationen geraten nicht nur Kundinnen, Bürger, Patientinnen, Klienten oder Mitarbeitende unter Druck. Auch die Person, die professionell reagieren soll, erlebt Stress: ein aggressiver Ton am Telefon, eine Beschwerde vor anderen, eine ungerechte Anschuldigung, ein drohender Satz, ein hektischer Arbeitstag oder das Gefühl, allein gelassen zu werden. Genau dann entscheidet emotionale Selbstkontrolle darüber, ob ein Gespräch deeskaliert oder weiter kippt.

Dieser Fachartikel der Bildungsakademie am Rosental erklärt, wie emotionale Selbstkontrolle unter Stress funktioniert, welche Warnsignale wichtig sind und welche Techniken Mitarbeitende, Führungskräfte und Teams im Berufsalltag praktisch nutzen können.

 
 


 

Unser maßgeschneidertes Inhouse-Seminar für Sie!

Wählen Sie bei Ihrer Anfrage auch gern zwischen einem a) Inhouse-Präsenz-Seminar an Ihrem Standort, b) einem Inhouse-Online-Workshop mit Ihrem Team oder c) einem Inhouse-Präsenz-Kurs direkt an der Akademie – das Inhouse-Training gern auch in Kombination mit Teambuilding-Aktionen.

Probleme mit dem Formular? Schreiben Sie uns eine Mail kontakt@bildungsakademie-am-rosental.de

 
 

Was bedeutet emotionale Selbstkontrolle unter Stress?

Emotionale Selbstkontrolle bedeutet, eigene Impulse wahrzunehmen, zu regulieren und so zu reagieren, dass die Situation nicht weiter eskaliert.

Selbstkontrolle heißt nicht, keine Gefühle zu haben. Ärger, Anspannung, Unsicherheit, Angst, Kränkung oder Überforderung sind normale Reaktionen auf belastende Situationen. Professionell wird der Umgang damit, wenn diese Gefühle nicht ungefiltert in Stimme, Mimik, Wortwahl oder Verhalten übergehen.

Unter Stress wird das schwieriger. Menschen sprechen schneller, werden lauter, hören selektiver zu, rechtfertigen sich schneller oder reagieren schärfer, als sie es später selbst sinnvoll finden. Genau deshalb ist emotionale Selbstkontrolle eine Kernkompetenz in der Deeskalation.

Der Themenbereich Deeskalation im Berufsalltag ordnet Selbststeuerung als wichtige Grundlage professioneller Konfliktkommunikation ein.

 
 

Warum Stress emotionale Selbstkontrolle erschwert

Stress erschwert Selbstkontrolle, weil Wahrnehmung, Denken, Körperreaktionen und Gesprächsverhalten stärker auf schnelle Abwehr ausgerichtet werden.

In belastenden Situationen reagiert der Körper schneller als der bewusste Verstand. Puls, Atmung, Muskelspannung und Aufmerksamkeit verändern sich. Das kann hilfreich sein, wenn eine echte Gefahr besteht. In Gesprächssituationen führt es aber häufig zu impulsiven Reaktionen: schneller widersprechen, schärfer sprechen, unterbrechen, innerlich dichtmachen oder in Rechtfertigung gehen.

Die BAuA beschreibt psychische Belastung als Bestandteil jeder Tätigkeit. Je nach Art, Intensität und Dauer kann sie zu Stressreaktionen, Ermüdung oder herabgesetzter Wachsamkeit führen. Für Deeskalation heißt das: Selbstkontrolle ist nicht nur eine Frage der Persönlichkeit, sondern auch der Arbeitsbedingungen und Belastungssituation.

Quelle: BAuA: Psychische Faktoren

Die DGUV beschreibt psychische Belastungen als gestaltbares Arbeitsschutzthema und weist darauf hin, dass Arbeitgeber im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung auch psychische Belastungen ermitteln und Maßnahmen ableiten müssen. Emotionale Selbstkontrolle darf deshalb nicht allein als individuelle Tugend verstanden werden.

Quelle: DGUV: Psychische Belastungen

 
 

Warnsignale: Wann die eigene Selbstkontrolle unter Stress nachlässt

Selbstkontrolle lässt meist nicht plötzlich nach, sondern kündigt sich durch körperliche, emotionale und sprachliche Signale an.

Wer diese Signale kennt, kann früher gegensteuern. Das ist wichtig, weil Mitarbeitende in Konflikten oft gleichzeitig zuhören, antworten, Regeln erklären, Grenzen setzen und eigene Emotionen regulieren müssen.

 

Warnsignal Typische Wirkung Hilfreiche Gegensteuerung
schnellere Atmung mehr Anspannung, hastigeres Sprechen bewusst ausatmen, Tempo senken
enger Fokus nur noch Angriff oder Fehler hören Sachkern zusammenfassen
innerer Gegendruck sofort widersprechen wollen kurze Pause vor der Antwort
gereizte Stimme Gespräch wird schärfer langsamer, tiefer, kürzer sprechen
körperliche Spannung starre oder aggressive Körpersprache Schultern lösen, Hände ruhig halten
Gedanken wie „Das reicht jetzt“ impulsive Grenze oder scharfer Ton Grenze ruhig und vorformuliert setzen

 
 

Typische Stressreaktionen in Konfliktsituationen

Unter Stress reagieren Menschen häufig mit Kampf, Flucht, Erstarrung oder automatischer Anpassung.

Diese Reaktionen sind menschlich. Im Berufsalltag können sie jedoch problematisch werden, wenn sie unbewusst ablaufen. Wer in den Kampfmodus gerät, wird schärfer. Wer in den Fluchtmodus geht, beendet Gespräche vielleicht zu abrupt oder vermeidet notwendige Grenzen. Wer erstarrt, verliert Gesprächssteuerung. Wer sich automatisch anpasst, duldet möglicherweise zu lange Beleidigungen oder Übergriffe.

 

Kampfmodus: schärfer werden

Im Kampfmodus steigt der Impuls, sich zu verteidigen, zu widersprechen oder die Kontrolle zurückzuholen. Die Stimme wird härter, die Sätze werden kürzer, die Körpersprache fester.

In Trainings der Bildungsakademie am Rosental wird dieser Modus häufig anhand von Beschwerdesituationen geübt: Die professionelle Alternative ist nicht Gegenangriff, sondern ruhige Grenze plus nächster Schritt.

 

Fluchtmodus: ausweichen oder abbrechen

Im Fluchtmodus möchte man aus der Situation heraus. Das kann sinnvoll sein, wenn Sicherheit gefährdet ist. Es kann aber auch dazu führen, dass schwierige Gespräche zu früh vermieden werden.

Professionell ist der Unterschied: Ein Gespräch aus Sicherheitsgründen zu unterbrechen ist richtig; notwendige Klärung aus Unsicherheit dauerhaft zu vermeiden, verschiebt den Konflikt.

 

Erstarrung: nichts mehr sagen können

Manche Menschen verlieren unter Stress kurzfristig den Zugriff auf Formulierungen. Sie hören zwar, was geschieht, können aber nicht schnell genug reagieren.

Für solche Situationen helfen vorformulierte Standardsätze: „Ich brauche einen Moment, um das zu prüfen“ oder „Ich möchte das sachlich klären, aber nicht in diesem Ton.“

 

Anpassung: zu viel hinnehmen

Eine weitere Stressreaktion ist übermäßiges Nachgeben. Mitarbeitende bleiben freundlich, obwohl Beleidigungen, Druck oder Grenzüberschreitungen längst begonnen haben.

Diese Reaktion wirkt kurzfristig konfliktvermeidend, kann aber langfristig zu Überlastung, Unsicherheit und weiteren Grenzüberschreitungen führen.

 
 

12 Techniken für emotionale Selbstkontrolle unter Stress

Emotionale Selbstkontrolle wird leichter, wenn Mitarbeitende konkrete Techniken für Körper, Sprache, Aufmerksamkeit und Grenzen nutzen.

 

1. Ausatmen vor der Antwort

Ein bewusstes Ausatmen schafft einen kleinen Abstand zwischen Reiz und Reaktion. Dieser kurze Moment verhindert oft impulsive Antworten.

Ein Atemzug ersetzt keine Lösung, aber er verhindert häufig den ersten eskalierenden Satz.

 

2. Innerlich einen Schritt zurücktreten

Hilfreich ist eine innere Kurzformel wie: „Das ist ein Konfliktsignal, kein persönlicher Angriff auf mich als Mensch.“

Diese innere Distanz hilft, sachlicher zu bleiben und nicht sofort in Rechtfertigung zu geraten.

 

3. Den Sachkern zusammenfassen

Zusammenfassen lenkt die Aufmerksamkeit weg vom Angriff und hin zum Anliegen.

Beispiel: „Wenn ich Sie richtig verstehe, geht es Ihnen vor allem um die fehlende Rückmeldung.“

 

4. Eigene Stimme bewusst verlangsamen

Eine langsamere Stimme beruhigt nicht nur das Gegenüber, sondern auch die eigene Reaktion.

Am Telefon ist das besonders wichtig, weil Stimme dort fast die gesamte Beziehungsebene trägt.

 

5. Kurze Sätze verwenden

Unter Stress werden lange Erklärungen riskant. Sie wirken schnell wie Rechtfertigung oder Überforderung.

Ein kurzer Satz ist oft besser: „Ich prüfe den Vorgang. Danach nenne ich Ihnen den nächsten Schritt.“

 

6. Eine Grenze vorbereitet haben

Vorformulierte Grenzsätze helfen, unter Druck nicht zu scharf oder zu spät zu reagieren.

Ein Standardsatz lautet: „Ich möchte Ihr Anliegen klären, aber bitte ohne Beleidigungen.“

 

7. Körpersprache beruhigen

Hände sichtbar halten, Schultern lösen, Abstand wahren und Bewegungen verlangsamen stabilisiert die eigene Wirkung.

Körpersprache wirkt nach außen deeskalierend und nach innen selbstregulierend.

 

8. Trigger erkennen

Wer weiß, welche Sätze oder Situationen einen selbst besonders reizen, kann früher gegensteuern.

Typische eigene Trigger sind ungerechte Vorwürfe, Anschreien, Unterbrechungen, Drohungen oder öffentliche Kritik.

 

9. Unterstützung früh holen

Selbstkontrolle bedeutet nicht, alles allein auszuhalten. Unterstützung ist ein professioneller Sicherheitsfaktor.

Wenn Beleidigungen, Drohungen oder körperliche Annäherung auftreten, sollte Unterstützung frühzeitig geholt werden.

 

10. Eine Gesprächspause transparent machen

Eine kurze Pause kann deeskalierend sein, wenn sie klar angekündigt wird.

Beispiel: „Ich brauche einen Moment, um den Vorgang sauber zu prüfen.“

 

11. Nicht jedes Wort persönlich nehmen

In Eskalationen entlädt sich häufig Frustration an der erreichbaren Person, nicht an der tatsächlichen Ursache.

Diese Erkenntnis entschuldigt keine Beleidigung, hilft aber, innerlich handlungsfähig zu bleiben.

 

12. Nach belastenden Situationen nachbereiten

Selbstkontrolle braucht Erholung und Reflexion. Wer belastende Gespräche einfach wegdrückt, erhöht langfristig das Risiko von Überforderung.

Nachbereitung klärt: Was hat mich getriggert? Welche Grenze war nötig? Was brauche ich beim nächsten Mal früher?

 
 

Formulierungen für Selbstkontrolle in akuten Situationen

Gute Formulierungen helfen, unter Stress ruhig zu bleiben und gleichzeitig Gesprächssteuerung zu behalten.

  • „Ich möchte das sachlich mit Ihnen klären.“
  • „Ich fasse kurz zusammen, was ich verstanden habe.“
  • „Ich prüfe den Punkt und nenne Ihnen dann den nächsten Schritt.“
  • „Ich verstehe Ihren Ärger. Gleichzeitig bleiben wir bitte respektvoll.“
  • „Ich brauche einen Moment, um das sauber zu prüfen.“
  • „Ich möchte nicht vorschnell etwas Falsches sagen.“
  • „Ich bleibe gern im Gespräch, wenn wir ohne Beleidigungen sprechen.“
  • „Wenn der Ton so bleibt, unterbreche ich das Gespräch.“
  • „Ich hole eine Kollegin dazu, damit wir den Rahmen sichern.“
  • „Wir sortieren jetzt erst den wichtigsten Punkt.“

Weitere konkrete Grenzsätze bietet der Artikel 40 Formulierungen zum Grenzen setzen ohne Eskalation.

 
 

Emotionale Selbstkontrolle nach Berufsbereichen

Emotionale Selbstkontrolle ist besonders gefordert, wenn Mitarbeitende mit Ärger, Angst, Druck oder existenziellen Anliegen konfrontiert sind.

 

Bereich Typische Stresssituation Wichtige Selbstkontrolle
Kundenservice aggressive Beschwerde, Reklamation, Wartezeit nicht rechtfertigen, ruhig strukturieren
Verwaltung Ablehnung, Frust über Regeln, Zuständigkeit nicht abwehrend klingen, Rahmen erklären
Gesundheitswesen Angehörigendruck, Schmerz, Angst langsam sprechen, Orientierung geben
Pflege Nähe-Distanz, Überforderung, Vorwürfe Grenzen ruhig und empathisch setzen
Einzelhandel öffentliche Reklamation, Kassendruck Gesichtsverlust vermeiden, nicht kontern
Technischer Service Störung vor Ort, Kundendruck, Schuldzuweisung Abstand wahren, nächsten Schritt erklären
Führung Kritik, Widerstand, emotionale Teamkonflikte nicht persönlich reagieren, Muster benennen

Passende Praxisberichte zur Umsetzung solcher Trainings finden sich im Bereich Case Studies zur Deeskalation.

 
 

Warum Selbstkontrolle auch eine Team- und Organisationsaufgabe ist

Emotionale Selbstkontrolle gelingt besser, wenn Teams klare Regeln, Unterstützung, Pausen und sichere Eskalationswege haben.

Es wäre falsch, Selbstkontrolle nur einzelnen Mitarbeitenden zuzuschreiben. Wer dauerhaft unterbesetzt arbeitet, keine Rückendeckung bekommt, Beleidigungen allein aushalten soll oder nach belastenden Situationen sofort weitermachen muss, kann Selbstkontrolle langfristig schwerer aufrechterhalten.

Die BGW beschreibt im Kontext von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte, dass Deeskalation von Umständen, Räumlichkeiten und beteiligten Personen abhängt und dass Beschäftigte unter Belastung stärker automatisiert reagieren können. Standardformulierungen und trainierte Routinen helfen, in solchen Momenten handlungsfähig zu bleiben.

Quelle: BGW: Prävention von Gewalt und Aggression gegen Beschäftigte

Organisationen sollten daher klären:

  • Wann dürfen Mitarbeitende Gespräche unterbrechen?
  • Wann wird Unterstützung geholt?
  • Welche Grenzsätze sind abgestimmt?
  • Wie werden kritische Situationen dokumentiert?
  • Wie erfolgt Nachsorge nach belastenden Gesprächen?
  • Welche Pausen oder Entlastungen sind nach Eskalationen möglich?

 
 

Typische Fehler bei emotionaler Selbstkontrolle unter Stress

Selbstkontrolle scheitert häufig, wenn Stresssignale ignoriert, Grenzen zu spät gesetzt oder Belastungen allein getragen werden.

  • sofort widersprechen
  • schneller sprechen, wenn das Gegenüber schneller wird
  • lauter werden
  • ironisch oder spöttisch reagieren
  • Gefühle vollständig unterdrücken
  • Beleidigungen zu lange dulden
  • Grenzen erst im Ärger setzen
  • keine Unterstützung holen
  • nach belastenden Gesprächen direkt weitermachen
  • eigene Trigger nicht kennen
  • keine Standardformulierungen haben
  • Stress nur als individuelles Problem betrachten

Ein ergänzender Beitrag ist Trigger erkennen und vermeiden.

 
 

Was ein Training zur emotionalen Selbstkontrolle leisten sollte

Ein gutes Deeskalationstraining macht emotionale Selbstkontrolle unter Stress praktisch erfahrbar und trainierbar.

Selbstkontrolle entsteht nicht durch Appelle wie „Bleiben Sie ruhig“. Sie entsteht durch Übung: eigene Stresssignale erkennen, Atmung und Stimme regulieren, kurze Sätze nutzen, Grenzen setzen, Unterstützung holen und belastende Situationen nachbereiten.

  • eigene Stresssignale erkennen
  • typische Trigger im Arbeitsalltag analysieren
  • Atem- und Pausentechniken üben
  • Stimme und Sprechtempo trainieren
  • Standardsätze für kritische Momente entwickeln
  • Grenzsetzung unter Druck üben
  • Rollenspiele mit realistischen Konflikten durchführen
  • Teamregeln für Unterstützung festlegen
  • Nachbereitung und kollegiale Entlastung etablieren
  • Transfer in Kundenkontakt, Verwaltung, Pflege oder Führung sichern

Die Bildungsakademie am Rosental integriert emotionale Selbstkontrolle in passende Inhouse-Schulungen zur Deeskalation.

 
 

Checkliste: Emotionale Selbstkontrolle im akuten Stressmoment

Eine kurze Checkliste hilft, unter Stress nicht impulsiv, sondern professionell zu reagieren.

  • Atme ich bewusst aus, bevor ich antworte?
  • Spreche ich langsamer als mein Stressimpuls möchte?
  • Habe ich den Sachkern verstanden?
  • Fasse ich kurz zusammen, statt sofort zu widersprechen?
  • Ist meine Stimme ruhig genug?
  • Sind meine Hände sichtbar und ruhig?
  • Halte ich ausreichend Abstand?
  • Setze ich eine Grenze früh genug?
  • Nutze ich einen vorbereiteten Standardsatz?
  • Brauche ich Unterstützung?
  • Muss das Gespräch unterbrochen werden?
  • Braucht die Situation Nachbereitung?

 
 

FAQ: Emotionale Selbstkontrolle unter Stress

Was ist emotionale Selbstkontrolle unter Stress?

Emotionale Selbstkontrolle unter Stress bedeutet, eigene Impulse wahrzunehmen und professionell zu steuern, bevor sie eskalierend wirken.

Es geht nicht darum, keine Gefühle zu haben. Entscheidend ist, dass Ärger, Unsicherheit oder Anspannung nicht ungefiltert in Stimme, Mimik, Wortwahl oder Verhalten übergehen. In Trainings der Bildungsakademie am Rosental wird diese Fähigkeit mit realistischen Konfliktsituationen geübt.

 

Warum ist Selbstkontrolle unter Stress so schwer?

Selbstkontrolle ist unter Stress schwer, weil Körper und Aufmerksamkeit schneller auf Abwehr, Rechtfertigung oder Rückzug umschalten.

Stress verändert Atmung, Stimme, Muskelspannung und Wahrnehmung. Dadurch steigt die Gefahr, schneller, lauter oder schärfer zu reagieren, als es für Deeskalation sinnvoll ist.

 

Was ist die wichtigste Technik für Selbstkontrolle?

Eine der wichtigsten Techniken ist bewusstes Ausatmen vor der Antwort.

Dieser kurze Moment schafft Abstand zwischen Reiz und Reaktion. Er verhindert häufig impulsive Sätze und macht es leichter, den nächsten professionellen Schritt zu wählen.

 

Warum ist die Stimme für Selbstkontrolle wichtig?

Die Stimme zeigt Stress sofort und beeinflusst, ob ein Gespräch ruhiger oder schärfer wird.

Wer langsamer spricht, Pausen zulässt und die Stimme nicht anhebt, stabilisiert sich selbst und sendet zugleich ein deeskalierendes Signal an das Gegenüber.

 

Welche Rolle spielen persönliche Trigger?

Persönliche Trigger zeigen, welche Situationen die eigene Selbstkontrolle besonders schnell belasten.

Typische Trigger sind ungerechte Vorwürfe, Anschreien, Unterbrechungen, Drohungen oder öffentliche Kritik. Wer diese Auslöser kennt, kann früher gegensteuern.

 

Wie verbindet man Selbstkontrolle mit Grenzen?

Selbstkontrolle und Grenzsetzung gehören zusammen, weil ruhige Grenzen Eskalation besser stoppen als impulsive Reaktionen.

Ein guter Satz lautet: „Ich möchte Ihr Anliegen klären, aber bitte ohne Beleidigungen.“ So bleibt die Grenze klar, ohne selbst aggressiv zu werden.

 

Wann sollte man Unterstützung holen?

Unterstützung sollte geholt werden, wenn Beleidigungen, Drohungen, körperliche Annäherung oder eigene Unsicherheit auftreten.

Selbstkontrolle bedeutet nicht, alles allein auszuhalten. Frühes Hinzuziehen schützt Mitarbeitende und erhöht die Sicherheit der Situation.

 

Welche Rolle haben Führungskräfte?

Führungskräfte müssen Selbstkontrolle durch klare Regeln, Rückhalt, Nachbereitung und realistische Arbeitsbedingungen unterstützen.

Wenn Mitarbeitende dauerhaft unter hoher Belastung stehen oder nach Eskalationen allein bleiben, wird professionelle Selbststeuerung deutlich schwerer.

 

Wie hilft Selbstkontrolle am Telefon?

Am Telefon hilft Selbstkontrolle besonders über Stimme, Tempo, Pausen und kurze strukturierende Sätze.

Da Körpersprache fehlt, wird Stress vor allem hörbar. Eine ruhige Stimme und klare Zusammenfassungen können aggressive Telefonate deutlich besser steuerbar machen.

 

Wie beeinflusst Körpersprache die Selbstkontrolle?

Körpersprache beeinflusst Selbstkontrolle, weil Haltung, Hände, Abstand und Atmung auch die eigene innere Stabilität verändern.

Ruhige Hände, ausreichend Abstand und langsame Bewegungen wirken nicht nur nach außen deeskalierend, sondern helfen auch der eigenen Selbstregulation.

 

Warum ist Nachbereitung wichtig?

Nachbereitung ist wichtig, weil belastende Situationen sonst innerlich weiterwirken und spätere Stressreaktionen verstärken können.

Nach einer schwierigen Situation sollte geklärt werden: Was hat mich belastet? Welche Grenze war nötig? Was brauche ich beim nächsten Mal früher?

 

Kann man emotionale Selbstkontrolle trainieren?

Emotionale Selbstkontrolle ist trainierbar, wenn Teams Stresssignale, Standardsätze, Grenzsetzung und realistische Konfliktfälle praktisch üben.

Die Bildungsakademie am Rosental nutzt dafür Rollenspiele, Fallarbeit, Stimmtraining, Formulierungsübungen und gemeinsame Teamstandards für schwierige Situationen.

 
 

Fazit: Selbstkontrolle ist trainierbare Deeskalationskompetenz

Emotionale Selbstkontrolle unter Stress schützt Gespräche, Mitarbeitende und Organisationen vor unnötiger Eskalation.

Wer unter Druck ruhig bleibt, gewinnt Handlungsspielraum. Das bedeutet nicht, Belastung zu verdrängen oder unangemessenes Verhalten zu dulden. Es bedeutet, eigene Stressreaktionen zu kennen, Sprache bewusst zu wählen, Grenzen ruhig zu setzen und Unterstützung rechtzeitig zu nutzen.

Für Organisationen ist entscheidend: Selbstkontrolle darf nicht allein individualisiert werden. Teams brauchen klare Regeln, sichere Eskalationswege, Training, Rückhalt und Nachbereitung. Dann wird emotionale Selbstkontrolle nicht zur privaten Belastung, sondern zu einer professionellen, gemeinsam getragenen Deeskalationskompetenz.

Die Bildungsakademie am Rosental unterstützt Organisationen dabei, emotionale Selbstkontrolle unter Stress in Deeskalationstrainings praxisnah und nachhaltig zu trainieren.

 

Unser maßgeschneidertes Inhouse-Seminar für Sie!

Wählen Sie bei Ihrer Anfrage auch gern zwischen einem a) Inhouse-Präsenz-Seminar an Ihrem Standort, b) einem Inhouse-Online-Workshop mit Ihrem Team oder c) einem Inhouse-Präsenz-Kurs direkt an der Akademie – das Inhouse-Training gern auch in Kombination mit Teambuilding-Aktionen.

Probleme mit dem Formular? Schreiben Sie uns eine Mail kontakt@bildungsakademie-am-rosental.de

 



Ähnliche Artikel:


Autor: Fachlich verantwortet von Kay Schönewerk – Gründer und fachlicher Leiter der Bildungsakademie am Rosental.
Seit 2000 beschäftigt er sich mit Inhouse-Schulungen, Team-Kommunikation und beruflicher Weiterbildung.
Sie interessiert eine INHOUSE SCHULUNG oder ein bestimmtes Thema. Fragen Sie mich einfach!
Niki Wonafurt
Ihre Ansprechpartnerin für Inhouse Kurse an der Akademie . ✆ +49 (0) 341 - 337 43 569
✉   Kontakt
close slider


Sie haben Fragen?
Sie suche nach dem richtigen Seminar?
Sie haben Anmerkungen zur Seite?
Oder Sie finden etwas nicht?

Schreiben Sie uns!


Probleme mit dem Formular? Schreiben Sie uns eine Mail kontakt@bildungsakademie-am-rosental.de