Weiterbildung für Ärzte – welche Möglichkeiten stehen zur Wahl?

Nach einem abgeschlossenen Medizinstudium und einer erteilten Approbation darf ein Arzt schon in einem medizinischen Beruf tätig sein. Er kann beispielsweise in einer Klinik als Assistenzarzt oder in einer ähnlichen Position beschäftigt werden. Doch die meisten Ärzte streben eine Weiterbildung an, um sich auf ein bestimmtes medizinisches Gebiet zu spezialisieren. Es wird grundsätzlich zwischen drei unterschiedlichen Weiterbildungsmöglichkeiten unterschieden. Diese wären:

  • Facharzt
  • Schwerpunkt
  • Zusatzbezeichnung

Wie sich diese Weiterbildungsmöglichkeiten unterscheiden, wird nachfolgend näher beschrieben.

 

Der Facharzt – sehr beliebt bei vielen Ärzten

Die meisten jungen Ärzte streben einen Facharzttitel an. In dem Bereich gibt es viele verschiedene Richtungen. Zu den bekanntesten Facharztrichtungen im Gesundheitswesen gehören diese:

  • Allgemeinmediziner
  • Internist
  • Dermatologe
  • Kardiologe
  • Urologe
  • Neurologe
  • Chirurg

Hier sämtliche Facharztrichtungen aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen, weil es eine sehr große Anzahl medizinischer Fachrichtungen gibt. Dass es immer wieder neue Fachrichtungen gibt, liegt unter anderem auch daran, weil es im Bereich der Medizin laufend Fortschritte gibt. Daher wird für jede Richtung schon ein sehr spezielles Fachwissen benötigt.

Um einen Facharzttitel zu erlangen, muss ein Arzt eine zusätzliche Ausbildung absolvieren. Diese kann je nach Fachrichtung bis zu fünf Jahre dauern. Die Ausbildung erfolgt in einer Klinik oder in einer Arztpraxis, die eine Berechtigung für die Weiterbildung von Ärzten hat. Zum Abschluss ist eine Prüfung vor einer Prüfungskommission erforderlich, die zumeist aus vier Ärzten besteht.

 

Facharzt mit besonderem Schwerpunkt

Auch bei den Fachärzten gibt es besondere Schwerpunktthemen. Der Grund dafür ist, weil es auch innerhalb bestimmter Fachgebiete weitere Bereiche gibt, die spezielle Kenntnisse erfordern. Beispielsweise kann ein Chirurg sich auf Gefäßchirurgie oder auf plastische Chirurgie spezialisieren. Das bedeutet jedoch nicht, dass er dann auch nur in diesem einen Fachgebiet tätig sein kann. Beispielsweise kann ein Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sich auf den Schwerpunkt Kinderkardiologie festlegen. Dazu benötigt er dann eine entsprechende Zusatzqualifikation.

Dann ist es aber keineswegs so, dass dieser Facharzt dann nur noch Kinder oder Jugendliche mit Herzproblemen behandelt. Er führt weiterhin, wie jeder andere Kinderarzt auch, Vorsorgeuntersuchungen durch oder behandelt Kinderkrankheiten aller Art. Die Festlegung auf einen Schwerpunkt sagt nur aus, dass er sich in diesem Bereich bestens auskennt, sodass die Eltern mit ihren herzkranken Kindern nicht zu einem externen Facharzt wechseln müssen.

 

Welche Bedeutung haben Zusatzbezeichnungen?

Neben den Facharzttiteln und Schwerpunktbezeichnungen gibt es in der ärztlichen Weiterbildung auch noch Zusatzbezeichnungen. Zu den bekanntesten gehören:

  • Notfallmedizin
  • Diabetologie
  • Psychosomatik
  • Akupunktur

Aber auch im Bereich der Zusatzbezeichnungen gibt es eine große Anzahl unterschiedlicher Richtungen. Um eine solche Zusatzbezeichnung zu erhalten, ist ebenfalls eine Ausbildung erforderlich. Das bedeutet, ein Arzt, der seinen Facharzttitel erworben hat, muss noch weiter an einer Ausbildung teilnehmen, damit er eine Zusatzbezeichnung tragen kann. Eine solche Ausbildung kann mitunter auch mehrere Jahre dauern. Sie bietet dem Arzt dafür aber auch viele Vorteile.

 

Welche Zusatzbezeichnungen sind nützlich?

Jeder Arzt, der sich gerne weiterbilden möchte, sollte sich zuvor ein paar Gedanken darüber machen. Zunächst ist es wichtig, die eigenen Interessen und Fähigkeiten bestens einzuschätzen. Der Arzt sollte im besten Fall mehrere Jahrzehnte in diesem Bereich praktizieren. Doch nicht jede spezielle Fachrichtung ist sinnvoll. Ein wesentlicher Aspekt ist die medizinische Versorgung der Menschen in der jeweiligen Region. Gibt es in der Gegend schon zahlreiche Ärzte mit der gewünschten Zusatzqualifikation, wird es schwer, auch dort Fuß zu fassen.

Deshalb ist es wichtig, auch die Gesamtsituation im Blick zu haben. Es gibt jedoch einige Fachbereiche, in denen es grundlegend mangelt. Dazu gehört die psychosomatische Grundversorgung. Die Anzahl von Patienten mit psychosomatischen Problemen steigt kontinuierlich an. In einer herkömmlichen Hausarztpraxis werden jedoch nur die Symptome therapiert und nicht die Ursache behandelt. Deshalb bietet dieser Bereich noch sehr viel Potenzial.

 

Einen Kurs zur psychosomatischen Therapie belegen

Nahezu jeder Facharzt hat die Möglichkeit, sich im Bereich der psychosomatischen Therapie kurzfristig weiterzubilden. Psychosomatische Grundversorgung Kurse werden inzwischen schon für die Urlaubszeit angeboten. Innerhalb von sieben Tagen kann ein Arzt die Zertifizierung in diesem Bereich erlangen. Eine Besonderheit besteht darin, dass die Kurse nicht nur in verschiedenen Städten in Deutschland angeboten werden, sondern auch auf Mallorca. Dadurch kann eine Urlaubsreise gleich mit einer Fortbildung kombiniert werden. Ein solcher Kurs wird dann auch selbstverständlich von der Ärztekammer anerkannt. Daher ist es dem Arzt erlaubt, in diesem Bereich tätig zu sein und seine Leistung abrechnen zu können.

 

Warum ist Weiterbildung für Ärzte so wichtig?

Die Herausforderungen im gesamten medizinischen Bereich steigen ständig. In fast allen Fachgebieten gibt es immer wieder neue Erkenntnisse. Damit sind spezielle Diagnosen und Therapien möglich. Diese können in den meisten Fällen aber nur von Ärzten durchgeführt werden, die über die erforderlichen Fachkenntnisse verfügen. Deshalb strebt auch nahezu jeder Arzt danach, sich auf ein ganz bestimmtes Gebiet zu spezialisieren. Davon profitieren dann auch die Patienten im besonderen Maße.

 

Fazit: Möglichkeiten, die von Ärzten in Anspruch genommen werden

Das Medizinstudium ist in der heutigen Zeit nur noch die Grundausbildung für einen Arzt. Um auch eigenverantwortlich tätig sein zu können, benötigt er schon eine Weiterbildung zum Facharzt. Doch auch diese reicht nicht immer aus. Deshalb gibt es diverse Weiterbildungsmöglichkeiten, die von vielen Ärzten gerne in Anspruch genommen werden.

 
 

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