Ein Inhouse Workshop bildet Mitarbeiter weiter und steigert somit den Unternehmenserfolg langfristig.

Der Wert und Nutzen von Inhouse Schulungen ist groß: Bei effektiver Durchführung kann ein guter Inhouse Workshop die Effizienz der Mitarbeiter steigern. So werden Produktion, Umsatz und Gewinn langfristig steigen und Kosten, sowie Ineffizienz sinken. Gutes Training kann außerdem zu einer zufriedenen und engagierten Belegschaft führen, da sie in der Verbesserung ihrer Fähigkeiten gefödert und dafür wertgeschätzt werden. Dies senkt wiederum die Fluktuation bestehender Mitarbeiter und die kostenspielige Einarbeitung neuer Mitarbeiter. Ein Inhouse Workshop ermöglicht einen flexiblen Zeitplan und die Senkung von Reise- und Raumkosten. Dies ist deshalb vorteilhaft, da das Training flexibel in den Arbeitsalltag der Teilnehmer integriert und mit ihm abgestimmt werden kann.

Es ist jedoch nicht einfach einen effektiven Inhouse Workshop durchzuführen. Einige häufige Probleme sind die ineffektive Erstellung und Durchführung der Schulungen. Unterstützt das Training beispielsweise das Geschäftsziel nicht richtig oder wird der Zweck der Schulung in ihrer Durchführung verfehlt, wird der Workshop den Unternehmenserfolg des Unternehmens langfristig nicht verbessern.

Wie also geht also die Erstellung und Durchführung eines effektiven Inhouse Workshops? Nachfolgend finden Sie eine Checkliste für den perfekten Inhouse Workshop.

 

Schritt 1: Durchführung einer Trainingsbedarfsanalyse

Stellen Sie sich vor, jemand bei der Arbeit nimmt ein Problem wahr und denkt, es mithilfe eines neuen Trainingsprogramms lösen zu können. Zum Beispiel sagt der Produktionsleiter vielleicht, dass die Mitarbeiter effizienter sein und mehr Einheiten eines Produkts schaffen müssen. Bevor jemand überstürzt Trainingsmaterialien erstellt und das Training durchführt, ist es eine gute Idee, einen Schritt zurückzutreten, die Gesamtsituation zu beurteilen und den Bedarf für einen Inhouse Workshop festzustellen. Dafür ist die Trainingsbedarfsanalyse da.

Die Ermittlung des Grundbedarfs an Training geschieht in 4 Stufen:

  1. Identifizieren Sie ein klares Geschäftsziel, welches das Training unterstützen soll.
  2. Bestimmen Sie die Aufgaben, die die Mitarbeiter erfüllen müssen, damit das Unternehmen dieses Ziel erreichen kann.
  3. Festlegung der Trainingsaktivitäten, die den Mitarbeitern helfen, die Ausführung der Aufgaben zu erlernen.
  4. Bestimmen Sie die Lernmerkmale der Mitarbeiter, die die Ausbildung effektiver machen.

 

Schritt 2: Beachten Sie die Grundsätze der Erwachsenenbildung beim Inhouse Workshop.

Dieser Schritt wird bereits in Schritt 1 angesprochen und auch in späteren Schritten Berücksichtigung finden. Es zieht sich also durch den gesamten Gestaltungsprozess eines Inhouse Workshops und ist sehr bedeutend für den Erfolg des Trainings.

Erwachsene lernen unter bestimmten Bedingungen am effektivsten. Deshalb sollten folgende Prinzipien der Erwachsenbildung anerkannt und bei der Ausführung des Workshops berücksichtigt werden:

  • Erwachsene sind selbstgesteuert. Dies sollte auch während des Trainings bewahrt werden.
  • Sie kommen mit bereits vorhandenem Wissen, Erfahrung und Meinungen in die Schulung. Beachten und respektieren sie diese Einstellungen bei der Durchführung des Workshops.
  • Erwachsene sind zielorientiert, richten sie das Training entsprechend aus.
  • Sie möchten eine Schulung besuchen, die für ihren Arbeitsalltag und beruflichen Erfolg relevant und aufgabenorientiert ist.
  • Respektvoller Umgang und Offenheit ist den meisten Erwachsenen wichtig. Achten Sie also darauf, sich während des Inhouse Workshops möglichst auf Augenhöhe zu begegnen.

Die oben genannten Prinzipien beziehen sich auf die Lernmerkmale, die bei der Beurteilung des Trainingsbedarfs ermittelt wurden. Sind die Prinzipien und die Lernmerkmale im Einklang miteinander, wirkt sich dies positiv auf die Konstruktion und Durchführung des Inhouse Workshops aus.

 

Schritt 3: Entwicklung von Lernzielen für das Inhouse Training

Bevor Sie mit der Erstellung eines Trainings beginnen, ist es wichtig, dass Sie eine Liste von Lernzielen festhalten. Dies erleichtert Ihnen die Erstellung der Trainingsinhalte und ermöglicht es Ihnen, nach Beendigung der Schulung ihre Effektivität zu beurteilen.

Lernziele sind eine Reihe von Fertigkeiten, zu denen die Trainingsteilnehmer nach Abschluss der Ausbildung in der Lage sein sollten. Im Optimalfall sind diese Lernziele im Einklang mit den Zielen des Unternehmens und führen langfristig zur Erfüllung dieser.

Sobald die Lernziele festgelegt sind, können Inhalte erstellt werden, die diese abdecken. Alle Lerninhalte, Übungen und Tests des Trainings sollten Bezug zu den Lernzielen herstellen.

Ein guter Inhouse Workshop vermittelt praxisbezogenes Wissen und beeinflusst den Unternehmenserfolg langfristig.

 

Schritt 4: Design von passenden Schulungmaterialien

Beachten Sie bei der Gestaltung Ihrer Materialien die folgenden Punkte:

  • Konzentrieren Sie sich immer in erster Linie auf die Lernbedürfnisse Ihrer Mitarbeiter und nicht auf das, was für Ihre Trainer einfach ist.
  • Erstellen Sie nur Trainingsinhalte und Bewertungen, die sich direkt auf Ihre Lernziele beziehen.
  • Erinnern Sie sich an die Prinzipien der Erwachsenenbildung.
  • Binden Sie so viel Praxis oder Simulation wie möglich ein, das führt zu langfristigem Lernen.
  • Wenn immer möglich, geben Sie den Mitarbeitern die Kontrolle über den Lernprozess (anstelle des Trainers).
  • Tun Sie alles Mögliche, um die Mitarbeiter während des Trainings mit dem Trainer und untereinander sprechen und interagieren zu lassen.
  • Stellen Sie sicher, dass es während des Trainings genügend Möglichkeiten für Feedback gibt.

Passende Schulungsmaterialien sind deshalb wichtig, da sie Inhalte für die Teilnehmer leichter zugänglich machen. Übungen, Tests oder visuelle Darstellungen führen zu effektiverem Lernen und ermöglichen im Idealfall, dass die Lernziele optimal erreicht werden können.

 

Schritt 5: Implementierung des Inhouse Workshops

Bei der Durchführung des Workshops kann ein Learning Management System (LMS) vorteilhaft sein. Ein LMS ist eine Softwareanwendung, die zur Zuordnung, Durchführung, Verfolgung und Auswertung von Schulungen verwendet wird. Wenn Sie ein LMS am Arbeitsplatz einsetzen, ist es für Ihre Mitarbeiter einfach, sich anzumelden und die Liste der ihnen zugewiesenen Schulungen einzusehen. Viele Lernmanagementsysteme beinhalten sogar Benachrichtigungssysteme, die E-Mails an die Mitarbeiter senden, wenn neue Aufgaben erledigt werden oder Fälligkeiten bevorstehen. Kurz gesagt, ein LMS kann viele der terminlichen und Benachrichtigungsverfahren automatisieren, die Sie in diesem Schritt selbst durchführen müssten.

Darüber hinaus müssen Sie möglicherweise auch organisationelle Dinge beachten, wie z.B. die Vorgesetzten informieren, Räume für Schulungen reservieren, für Verpflegung sorgen und Zeitpläne beachten. Vorteilhaft an einem Inhouse Workshop ist jedoch, dass Reisekosten und -logistik entfallen. Die Mitarbeiter können außerdem in einem bekannten Umfeld lernen und sparen wertvolle Arbeitszeit durch wegfallende Anreisezeit.

Im Hinblick auf das eigentliche Training kann die Implementierung verschiedene Formen annehmen. Es kann sich um Frontalunterricht, Fokusgruppen, Fallstudien oder Kleingruppenarbeiten handeln. Kompetenzbasiertes Training am Arbeitsplatz, die Bereitstellung von papierbasierten Handzetteln für individuelles Lesen und Lernen, den Abschluss von E-Learning-Modulen am Computer, eine Kombination aus diesen Methoden sind dabei möglich.

Wenn Ihre Ausbildung eine kompetenzbasierte Komponente beinhaltet, stellen Sie sicher, dass Sie genau wissen, was die Mitarbeiter tun müssen, um die Kompetenz nachzuweisen. Definieren Sie dies im Voraus, wenn Sie Ihre Lernziele erstellen, und lassen Sie es nicht unausgesprochen oder vage.

 

Schritt 6: Auswertung des Inhouse Trainings

Eine effektive Auswertung des Trainingserfolgs ist sowohl für die Trainer als auch für die Teilnehmer sinnvoll und wichtig. So kann rückwirkend beurteilt werden, inwiefern der Trainingsbedarf durch den Workshop gedeckt und Lernziele erreicht wurden. Ferner kann der Trainer seine Trainingsinhalte so für künftige Trainings optimieren.

Die Reaktion der Mitarbeiter auf die Schulung:

Hat den Mitarbeitern die Schulung gefallen? Hatten sie das Gefühl, dass sie gelernt haben? Dies können Sie herausfinden, indem Sie die Mitarbeiter während der Schulung beobachten, nach ihrer Meinung fragen oder Umfragen durchführen. Nach dem Training können sie entweder papierbasierte oder online Umfragen durchführen. Online Umfragen bieten Anonymität, was oft zu ehrlicheren Antworten führt.

Der tatsächliche Lernerfolg der Mitarbeiter:

Bereits während des Trainings kann der Lernerfolg der Mitarbeiter ermittelt werden. Dies kann durch einfache Tests, Fallstudien oder Arbeitssimulationen zu behandelten Themen geschehen. Ferner können die Teilnehmer auch nach Abschluss des Trainings durch die Ermittlung ihrer Verhaltensänderung beurteilt werden.

Nehmen die Arbeitnehmer die neuen Kenntnisse, Fähigkeiten und Einstellungen aus der Ausbildung an und wenden sie angemessen am Arbeitsplatz an? Verändern sich leistungsbezogene Kennzahlen des Unternehmens positiv? Außerdem kann der Erfolg des Inhouse Workshops durch die Ermittlung quantifizierbarer Geschäftsergebnisse gemessen werden. Relevante Indikatoren sind beispielsweise ein Umsatzanstieg, Kostensenkung oder Innovationsanstieg.

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